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Lebensleistung

Lebenseffektivität (LE)

Die Lebenseffektivität kennzeichnet die Milch-, Fett- und Eiweißleistung je Lebenstag.

Sie wird also direkt durch die Lebensleistung und die Lebenstage bestimmt.

Lebensleistung (LL)
Lebenseffektivität (LE)=
Lebenstage (LT)

Somit beinhaltet die LE die Leistung in der produktiven Phase plus die Aufzuchtdauer. ( Die Aufzuchtdauer entspricht dem Erstkalbealter.)

Es ist eine LE von etwa 15 kg Milch/LT erforderlich um in die Gewinnzone zu kommen. Dies kann jedoch in Abhängigkeit vom betrieblichen Kostenniveau stark variieren.

Lebensleistung (LL)

Die Wirtschaftlichkeit der Milchkuh wird durch Nutzungsdauer (ND) und die erbrachte Milchmenge gemeinsam beeinflusst. Neben einem langen Kuh Leben ist auch eine entsprechende hohe Milchleistung erforderlich.

Die Lebensleistung ist die kumulative Milch-, Fett-, bzw. Eiweißleistung von der ersten Kalbung bis zum Abgang. Eine lange Nutzungsdauer (ND) setzt eine gute Tiergesundheit und optimale Haltungsbedingungen voraus.

Mastitis, Euterentzündung

Euterentzündung beim Rind.

Die Erkrankungsmöglichkeiten der Milchdrüse sind vielfältig, die Entzündung des Eutergewebes (Mastitis) und die Zitzenverletzungen nehmen allerdings den größten Prozentsatz ein. Von einer Mastitis wird dann gesprochen, wenn eine Entzündung des Eutergewebes vorliegt. Diese Entzündung kann die Folge einer mechanischen Überreizung (z.B. bei falsch eingestellten Melkmaschinen) ohne die Beteiligung von Bakterien sein. Das Gewebe produziert dann vermehrt körpereigene Abwehr- und Heilzellen, wodurch der somatische Zellgehalt in der Milch erhöht wird. Dringen dann in das vorgeschädigt Eutergewebe Bakterien ein, so können sie sich rasch vermehren und aus der abakteriellen Entzündung wird eine bakterielle Euterentzündung. Neben dem Zellgehalt erhöht sich nun auch der Keimgehalt der Milch. Ab einem Zellgehalt von 500.000 Zellen je Milliliter leidet ein Tier an einer klinischen Mastitis.

Den wichtigsten Schutz vor bakteriellen Infektionen stellt der Strichkanal der Zitze dar, denn pathogene Keime dringen über den Strichkanal in das Innere der Zitze und weiter in die Milchdrüse ein. Besonders das verhornte Plattenepithel des Strichkanals spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Plattenepithel bildet Laktosebum, eine fettsäureartige Substanz mit bakterizider Wirkung.

Als Erreger von Euterentzündungen kommen sowohl Umwelt-assoziierte Keime, welche in jedem Stall zu finden sind, als auch Kuh-assoziierte Erreger, welche außerhalb des Tieres nicht überlebensfähig sind, in Frage. Diese Keime sind aber in der Regel nur dann erfolgreich, wenn das Eutergewebe schon vorher durch abiotische Faktoren geschwächt oder geschädigt wurde. Eine Mastitis kann nicht allein als bakterielles Problem gesehen werden.

Es gibt zahlreiche und sehr unterschiedliche Faktoren (Haltung, Melktechnik, Melkhygiene, Stress, Futteraufnahme, Wasseraufnahme, Rationsgestaltung, Futterhygiene, etc. um nur einige zu nennen), welche in der Interaktion die Grundlage für die Entstehung einer Mastitis schaffen. Daher wird eine Mastitis auch weitläufig als Faktorenkrankheit bezeichnet, welche durch ihre Entstehung Hinweise auf eine Schieflage des Organismus aus verschiedensten Gründen gibt. Entzündungen der Milchdrüse können für das betroffene Tier sehr schmerzhaft sein. Sie gehen einher mit einem verminderten Allgemeinbefinden des Tieres, einer Minderung der Milchmenge und der Milchqualität. Die Mastitis gilt als eine der teuersten Krankheiten in der Milchviehhaltung und wird auf ca. 220 € je Fall geschätzt. Der Behandlungserfolg ist zudem oft nur vorübergehend. Nur 1/3 der einmal erkrankten und behandelten Tiere bleibt im Folgejahr gesund. 2/3 der einmal erkrankten Tiere werden im Folgejahr gemerzt.

Melktage (MT)

Die Melktage ergeben sich aus der Nutzungsdauer abzüglich der Trockenstehzeit

Melktage (MT)=Nutzungsdauer (ND)-Trockenstehzeit

Merzungsrate (MR)

Die Merzungsrate ist die Anzahl der (tatsächlich) gemerzten Kühe bezogen auf den Durchschnittskuhbestand.

Merzungen sind: Normal- und Hausschlachtungen, Verendungen und Nottötungen.

Anzahl Merzungen x 100
Merzungsrate (MR)=
Durchschnittskuhbestand

Milchleistung

Als Milchleistung wird in der Milchviehhaltung die Menge Milch in Kilogramm oder Litern bezeichnet, die eine Milchkuh pro Laktationsperiode produziert. Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika zwischen 7.000 und 11.000 kg pro Kuh und Jahr. Die leistungsstärkste Rasse ist Holstein.

Nutzungsdauer (ND)

Stellt die Zeitspanne dar, zwischen dem Alter bei der 1.Kalbung und dem Alter bei Abgang inklusive Trockenstehzeit (außer Abgang zur Zucht)

Sie ergibt sich aus den Nutzungstagen (NT) für diesen Zeitraum.

Nutzungsdauer=Durchschnittsalter der Abgangskühe (außer Abgang zur Zucht)
Durchschnittsalter dieser Kühe bei der 1. Kalbung